Glossar

Das Vokabular der Finanzabteilung, einfach erklärt

Die Definitionen in diesem Glossar folgen dem deutschen Recht. Jeder Eintrag sagt, was der Begriff bedeutet, wer ihn einreicht und wo — Finanzamt, ELSTER, Bundesanzeiger — und wie er sich in Odoo abbildet.

A

Abschreibung (AfA)
Die Abschreibung für Abnutzung, kurz AfA, verteilt die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Vermögensgegenstands über seine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer als Aufwand. Sie bildet damit ab, dass ein Vermögensgegenstand durch Gebrauch oder Zeitablauf an Wert verliert.
Anlagevermögen
Das Anlagevermögen umfasst die Vermögensgegenstände, die dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen, statt kurzfristig verbraucht oder weiterverkauft zu werden. Dazu zählen Sachanlagen wie Maschinen und Gebäude, immaterielle Vermögensgegenstände wie Software, sowie Finanzanlagen wie Beteiligungen.

B

Buchungssatz
Ein Buchungssatz ist die kleinste vollständige Einheit einer doppelten Buchführung: die Erfassung eines Geschäftsvorfalls auf mindestens einem Konto im Soll und mindestens einem Konto im Haben in gleicher Höhe. Jeder Buchungssatz hält damit das Prinzip aufrecht, dass sich Soll und Haben in der Buchführung stets entsprechen.

D

DATEV-Schnittstelle
Eine DATEV-Schnittstelle ist eine Exportfunktion, mit der Buchführungsdaten aus einem ERP- oder Buchhaltungssystem in einem von der DATEV-Software lesbaren Format bereitgestellt werden. Sie ermöglicht es, dass ein Steuerberater die Daten eines Unternehmens ohne manuelle Neuerfassung in seiner eigenen Kanzleisoftware weiterverarbeiten kann.
Dauerfristverlängerung
Die Dauerfristverlängerung ist eine beim Finanzamt beantragte, unbefristet geltende Fristverlängerung, mit der ein Unternehmen seine Umsatzsteuer-Voranmeldung und die zugehörige Zahlung stets einen Monat später einreichen darf. Sie muss einmal beantragt werden und gilt dann fort, bis sie widerrufen wird oder das Unternehmen die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt.

E

E-Bilanz
Die E-Bilanz ist die elektronische Übermittlung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung an die Finanzverwaltung nach einem vorgegebenen amtlichen Datenschema. Sie ersetzt die frühere Praxis, den Jahresabschluss als Papierdokument oder freie PDF-Datei beim Finanzamt einzureichen.
E-Rechnung
Die E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das eine automatisierte elektronische Verarbeitung ermöglicht. Ein einfaches PDF oder ein eingescanntes Papierdokument erfüllt diese Anforderung nicht, auch wenn es elektronisch versendet wird.
ELSTER
ELSTER ist das amtliche Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung, über das Unternehmen und Privatpersonen Steuererklärungen und Meldungen elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Für die meisten unternehmerischen Meldepflichten ist die elektronische Übermittlung über ELSTER gesetzlich vorgeschrieben und ersetzt die Abgabe auf Papier.

G

Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer ist eine von den Gemeinden erhobene Steuer auf den Gewerbeertrag eines Unternehmens. Sie tritt neben die Körperschaftsteuer beziehungsweise die Einkommensteuer des Unternehmers und fließt, anders als diese, den Gemeinden zu.
Gewerbesteuerhebesatz
Der Gewerbesteuerhebesatz ist der von jeder Gemeinde selbst festgelegte Multiplikator, mit dem der einheitlich ermittelte Steuermessbetrag zur tatsächlichen Gewerbesteuerschuld eines Unternehmens hochgerechnet wird. Er unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde und wird von den jeweiligen Gemeinderäten beschlossen.
GoBD
Die GoBD sind die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form. Sie legen fest, welche Anforderungen elektronische Buchführungssysteme an Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und Aufbewahrung erfüllen müssen.

H

Handelsbilanz und Steuerbilanz
Handelsbilanz und Steuerbilanz sind zwei mögliche Bewertungen desselben Unternehmens für denselben Stichtag, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Die Handelsbilanz folgt den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs, die Steuerbilanz den abweichenden Bewertungsregeln des Steuerrechts.

J

Jahresabschluss
Der Jahresabschluss ist der nach Handelsrecht erstellte Abschluss eines Unternehmens für ein Geschäftsjahr, bestehend mindestens aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Je nach Rechtsform und Größe treten weitere Bestandteile wie ein Anhang oder ein Lagebericht hinzu.

K

Kleinunternehmerregelung
Die Kleinunternehmerregelung erlaubt es Unternehmen mit geringem Umsatz, auf den Ausweis und die Abführung von Umsatzsteuer zu verzichten. Im Gegenzug können sie keine Vorsteuer aus ihren eigenen Eingangsrechnungen abziehen.
Kontenrahmen SKR03 und SKR04
SKR03 und SKR04 sind die beiden in Deutschland gebräuchlichen Standardkontenrahmen, nach denen ein Unternehmen seinen Kontenplan aufbaut. Sie unterscheiden sich grundlegend in ihrer Nummerierungslogik, nicht nur in Details einzelner Konten.
Körperschaftsteuer
Die Körperschaftsteuer ist die Steuer auf das Einkommen von Kapitalgesellschaften wie der GmbH oder der AG. Sie tritt bei diesen Gesellschaften an die Stelle der Einkommensteuer, die bei natürlichen Personen erhoben wird.
Körperschaftsteuererklärung
Die Körperschaftsteuererklärung ist die Steuererklärung, mit der eine Kapitalgesellschaft dem Finanzamt ihr steuerpflichtiges Einkommen für ein Wirtschaftsjahr mitteilt. Sie wird zusammen mit der E-Bilanz elektronisch über ELSTER eingereicht.

L

Lohnkonto
Das Lohnkonto ist die für jeden Beschäftigten einzeln zu führende Aufzeichnung, in der ein Arbeitgeber alle für die Lohnsteuer und die Sozialversicherung relevanten Angaben und Beträge dokumentiert. Es ist von der zusammengefassten Lohnsteuer-Anmeldung zu unterscheiden, die nur die Gesamtsumme aller Beschäftigten ausweist.
Lohnsteuer-Anmeldung
Die Lohnsteuer-Anmeldung ist die Meldung, mit der ein Arbeitgeber dem Finanzamt die von den Löhnen und Gehältern seiner Beschäftigten einbehaltene Lohnsteuer mitteilt und abführt. Sie wird elektronisch über ELSTER übermittelt.

M

Mahnwesen
Das Mahnwesen umfasst die Prozesse, mit denen ein Unternehmen überfällige Forderungen gegenüber seinen Kunden systematisch nachverfolgt und einfordert. Es beginnt mit einer Zahlungserinnerung und kann bis zu einem gerichtlichen Mahnverfahren reichen.
Minijob
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, bei der das Arbeitsentgelt eine gesetzlich festgelegte Grenze nicht überschreitet. Für den Beschäftigten entfallen dabei bestimmte Sozialversicherungsbeiträge, während der Arbeitgeber pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale entrichtet.

O

Offenlegung im Bundesanzeiger
Die Offenlegung im Bundesanzeiger ist die Pflicht, den Jahresabschluss über die dafür vorgesehene amtliche Plattform öffentlich einsehbar zu machen. Sie ist von der Einreichung des Jahresabschlusses beim Finanzamt zu unterscheiden, mit der sie nichts zu tun hat.

R

Reverse-Charge-Verfahren
Das Reverse-Charge-Verfahren kehrt die Steuerschuldnerschaft um: Nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger schuldet die Umsatzsteuer und führt sie an sein Finanzamt ab. Es gilt in Deutschland sowohl für bestimmte grenzüberschreitende Leistungen als auch für einzelne, gesetzlich festgelegte inländische Leistungskategorien.
Rückstellung
Eine Rückstellung ist ein Bilanzposten für eine Verpflichtung, deren Bestehen oder Höhe zum Bilanzstichtag noch ungewiss ist, deren wirtschaftliche Ursache aber bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt. Sie sorgt dafür, dass ein Aufwand in dem Jahr erfasst wird, in dem er wirtschaftlich verursacht wurde, und nicht erst, wenn die tatsächliche Zahlung erfolgt.

S

SEPA-Lastschrift
Die SEPA-Lastschrift ist ein europaweit einheitliches Zahlungsverfahren, mit dem ein Zahlungsempfänger einen fälligen Betrag mit vorheriger Zustimmung des Zahlungspflichtigen direkt von dessen Bankkonto einzieht. Grundlage ist ein Mandat, das der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger zuvor erteilt hat.
Sondervorauszahlung
Die Sondervorauszahlung ist die jährlich zu leistende Zahlung, die ein monatlich meldendes Unternehmen entrichten muss, um die Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuer-Voranmeldung zu erhalten. Sie wird auf die zuletzt fällige Voranmeldung des Jahres angerechnet und ist keine zusätzliche, endgültige Belastung.
Sozialversicherungsbeiträge
Die Sozialversicherungsbeiträge sind die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, die für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte anfallen. Sie werden grundsätzlich je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen, auch wenn der Arbeitgeber den Gesamtbetrag an die zuständige Krankenkasse abführt.

U

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, kurz USt-IdNr., ist die vom Bundeszentralamt für Steuern vergebene Nummer, mit der ein Unternehmen im innergemeinschaftlichen Waren- und Dienstleistungsverkehr innerhalb der EU identifiziert wird. Sie ist von der Steuernummer zu unterscheiden, unter der das Unternehmen beim Finanzamt geführt wird.
Umsatzsteuer-Voranmeldung
Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist die regelmäßige Meldung, mit der ein Unternehmen dem Finanzamt die in einem Voranmeldungszeitraum vereinnahmte und die abziehbare Vorsteuer mitteilt. Aus der Differenz ergibt sich eine Zahllast an das Finanzamt oder ein Vorsteuerüberschuss, der erstattet wird.

V

Verfahrensdokumentation
Die Verfahrensdokumentation ist die schriftliche Beschreibung, wie ein Unternehmen seine elektronischen Systeme zur Erfassung, Verarbeitung und Aufbewahrung buchführungsrelevanter Daten tatsächlich einsetzt. Sie ist ein zentraler Nachweis für die Einhaltung der GoBD.
Vorsteuerabzug
Der Vorsteuerabzug ist das Recht eines Unternehmens, die ihm von anderen Unternehmen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer von der eigenen Umsatzsteuerschuld abzuziehen. Voraussetzung ist eine ordnungsgemäße Rechnung und die Verwendung des Eingangsumsatzes für steuerpflichtige unternehmerische Zwecke.

X

XRechnung und ZUGFeRD
XRechnung und ZUGFeRD sind zwei in Deutschland gebräuchliche technische Formate für die E-Rechnung, die sich in ihrem Aufbau unterscheiden. XRechnung ist ein rein strukturierter Datensatz ohne visuelle Darstellung, während ZUGFeRD ein für Menschen lesbares PDF mit eingebetteten strukturierten Daten verbindet.

Z

Zusammenfassende Meldung
Die Zusammenfassende Meldung ist die Meldung, mit der ein Unternehmen dem Bundeszentralamt für Steuern seine innergemeinschaftlichen Warenlieferungen und bestimmten grenzüberschreitenden Dienstleistungen an Kunden mit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in anderen EU-Mitgliedstaaten mitteilt. Sie ergänzt die Umsatzsteuer-Voranmeldung, ersetzt sie aber nicht.

Diese Definitionen dienen der Orientierung und ersetzen keine fachliche Beratung. Jeder Eintrag trägt sein Datum der letzten Aktualisierung. Abgabefristen stehen hier nicht: sie ändern sich jährlich.